Das Projekt

Künstlerische Arbeiten behinderter Menschen sind in den letzten Jahrzehnten verstärkt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt – ihre Werke sind aus der heutigen Kunstszene nicht mehr wegzudenken. Seit Beginn der neunziger Jahre wird zunehmend der Wert dieser Produktionen erkannt, verbunden mit der Erkenntnis, dass Kunst Menschen mit und ohne Behinderung verbindet und Künstler mit Behinderung so zu Öffentlichkeitsarbeitern in eigener Sache werden können. Es existieren gegenwärtig in Europa unterschiedliche Formen, in denen behinderte Menschen allein, in Gruppen oder in Ateliers in ihrer Freizeit künstlerisch arbeiten. Darüber hinaus hat sich in Behindertenwerkstätten das Modell der Künstlerarbeitsplätze entwickelt, in denen behinderte Menschen von werkstatteigenen Mitarbeitern künstlerisch angeleitet werden. Für junge Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung bestehen im Bereich der Berufsbildung bisher wenige Möglichkeiten einer qualifizierenden künstlerischen Ausbildung außerhalb der Behindertenwerkstatt. Auf europäischer Ebene sind beispielsweise integrative Ansätze im berufsbildenden Bereich außerhalb von sozialen Einrichtungen für geistig behinderte Menschen, z. B. in den bildenden Künsten, nicht zu finden. Im Bereich der Freizeitbildung bieten Volkshochschulen und Behindertenverbände kreative Kurse für Menschen mit Behinderungen an. Das Angebot beschränkt sich häufig auf einschlägige, bereits erprobte künstlerische Ansätze (z. B. Malerei). Gegenwärtig stellt sich das Bildungsangebot im Bereich der künstlerischen Aus- und Fortbildung für Menschen mit Behinderung in Deutschland nur fragmentarisch und wenig spezifiziert dar.

SHOW UP untersucht, in welcher Entwicklungsphase sich die Arbeit behinderter Künstler in Deutschland befindet, welche Formen der Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten und der konkreten Ansätze für eine künstlerische Ausbildung in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Bildungsträgern bestehen.

Drei Projektphasen sind geplant: Der erste Schritt ist die Veröffentlichung dieser Website, auf der ein umfangreiches Online-Verzeichnis der aktuellen künstlerischen Projekte mit behinderten Menschen in Deutschland zu finden ist. Der nächste Schritt ist eine Fachtagung vom 25. - 27. Januar 2007 in Hamburg, die neben einer Bestandsaufnahme der künstlerischen Arbeit behinderter Menschen in Deutschland „Best-Practice-Modelle“ aus ganz Europa vorstellt, sich dem Thema „Ausbildung der Ausbilder“ und „Vermarktung“ widmet, und in Diskussionen, Interviews, Gesprächsrunden und Vorträgen darüber hinaus Visionen für die weitere Arbeit entwickeln will. Die Ergebnisse der Datenerhebung und der Fachtagung werden in der dritten und letzten Projektphase in einer Dokumentation zusammengefasst, die bei Books on Demand im Frühjahr 2007 erscheinen wird.

 

Online Katalog

 

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